#WHEREAMiNOW (1)

1.8. Regensburg

Endlich wieder Reisen! Morgen werde ich für 1 Monat als Writer-in-Residence nach Meran in Südtirol ziehen. Die Sisi war auch schon da, und einmal hat sie sich bei der Ankunft ein Brot gekauft, einmal reingebissen, satt gewesen. Ein Wunder. Den Rest des von der Sisi höchstpersönlich angebissenen Brotes kann man in Schloss Trauttmansdorff in einer Vitrine bewundern. Man möchte auch gleich reinbeißen. Ich weiß das deshalb, weil ich schon mal da war. 2017 und 1977! Beide Male habe ich in bester Erinnerung. Sonja Steger vom Ost-West-Club Meran hat mich auch diesmal wieder – zusammen mit Wolfgang Cziesla, dem 2. Stipendiaten der Franz-Edelmaier-Residenz – zur Lesung im Ost-West-Country-Club eingeladen (ich habe dort 2017 aus Schwimmerbecken gelesen; 1977 habe ich aus Hanni und Nanni gelesen, aber nicht öffentlich). Der Country Club heißt übrigens Country Club, weil er draußen stattfindet. Open-air. No country music. Am 13.8. um 19.30 Uhr. Falls ihr in der Nähe seid, kommt vorbei.

Meran am 2.8.2017

Morgen früh geht’s los. Google Maps meint, ich brauche 4,5 Stunden. Ohne Stau. Wegen der Corona-Stichprobenkontrollen und des Sommerferienbeginns in Bayern rechne ich mal vorsichtig 1,5 bis 2 Stunden länger. Auf der Fahrt werde ich vor allem Bright Eyes und PJ Harvey, Amy Winehouse und Dreiviertelblut, Ringsgwandl und Calexico hören. Calexico ist Tucson-Desert-Rock, da ist tatsächlich ein bisschen Country Rock mitdrin. Der Kreis schließt sich, und kaum hat er sich geschlossen, öffnet er sich wieder.

„Literatur als Instanz ausgleichender Gerechtigkeit“ – Rezension von Wolfgang Cziesla

Theodor W. Adorno hat den Lakonismus die „sprachliche Form der bedeutenden Nüchternheit“ genannt. Alles an dieser Kennzeichnung trifft auch auf Bushaltestelle zu – der ausgeprägte Formwille, die Bedeutsamkeit des Erzählten und die Nüchternheit, mit der vom Unfassbaren gesprochen wird. (Wolfgang Cziesla, Revierpassagen)

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