Episodenroman Schwimmerbecken in der Edition Lichtung erschienen

„Schwimmerbecken“ ist im Herbst 2016 bei der edition lichtung erschienen. Das Buch ist im Buchhandel oder beim Verlag erhältlich.

Bleier-Umschlag.inddUlrike Anna Bleier
Schwimmerbecken
Roman, Broschurausgabe, 160 S.
ISBN 978-3-941306-30-1, 16,90 Euro

Erscheinungstermin: 17. Oktober 2016
im lichtung verlag, Viechtach

Luises beschauliches Leben auf dem Land wird auf den Kopf gestellt: Fünf lange Jahre hat sie nichts von ihrem Zwillingsbruder Ludwig gehört. Nun ist er wieder da, sitzt am Wohnzimmertisch der Eltern, als wäre nichts geschehen. Und er spricht nur noch indonesisch. Trotz der einst engen Beziehung findet Luise keinen Zugang mehr zu ihm.

Die lebensuntüchtige Tagträumerin, die als Schwimmlehrerin etwas Geld verdient, hat ihren klugen Bruder stets bewundert – ungeachtet seiner dunklen Wesenszüge. Kurz nach Ludwigs Rückkehr ins Elternhaus verlässt Luise ihren Heimatort Kollbach und zieht in die Stadt. Das Rätsel um ihren Bruder lässt sie nicht los. Als Ludwig in die Psychiatrie eingeliefert wird, kehrt Luise noch einmal nach Kollbach zurück. In der Familie gibt es ein Geheimnis, dem sie auf der Spur ist.

Der Episodenroman folgt Luises sprunghafter Gedankenwelt, Szenen aus dem Jetzt wechseln sich ab mit Erinnerungen an die Kindheit. Die Besonderheit: Die Reihenfolge, in der die Episoden gelesen werden, spielt keine Rolle. Der Text entwickelt eine regelrechte Sogwirkung, das Familiengeheimnis lässt weder Luise noch den Leser los.

Ein kunstvoller Episodenroman mit Sogwirkung

Mit ihrem direkten, ungeschönten Stil schafft Ulrike Anna Bleier eine spannungsgeladene Atmosphäre. Die Schriftstellerin Michèle Minelli von der Jury der Autorinnenvereinigung e.V. lobte in ihrer Laudatio die „Eindringlichkeit“ und die „radikale Ästhetik“ der Erzählung.

Der Sprunghaftigkeit der Ich-Erzählerin entspricht die Episodenhaftigkeit des Romans. Erst wirkt alles, was sie erzählt, nebensächlich, wenn auch jede kleine Geschichte in sich schlüssig konstruiert ist. Doch allmählich entfaltet der Roman – ähnlich dem in die Seelen der Einheimischen sickernden schwarzen Wasser der Kollbach – einen intensiven Sog, der unaufhaltsam in die grandios dichte Spurensuche hineinreißt.
(Sabine Reithmaier, Süddeutsche Zeitung)

Es ist eine der vielen Stärken dieses Buches, dass es das Wechselverhältnis zwischen Menschen und Orten auslotet. Und es findet dafür eine Sprache, die hochemotional ist. Ulrike Anna Bleier schafft es, einen Kollbach-Mythos zu beschwören. Und so funktionieren ja auch wir Menschen, wir erzählen uns ständig Geschichten. Wenn wir uns keine Geschichten erzählen können, über die Orte, an denen wir leben, dann leben wir in einem psychischen Niemandsland.
(Mithu Sanyal, WDR5-Literaturmagazin „Bücher“)

„Der bemerkenswerte Roman Schwimmerbecken von Ulrike Anna Bleier spielt in Niederbayern, könnte aber genauso irgendwo auf dem Land spielen. Die Ich-Erzählerin Luise schildert die dramatische Beziehung zu ihrem Bruder, immer nur „Bruderherz“ genannt. Ein Roman, den man trotz gelegentlich schwieriger Textstellen ganz schnell nicht mehr weglegen möchte.
(Franz Bumeder, Bayerischer Rundfunk)

Bleier verknüpft nach und nach völlig unaufgeregt, geradezu en passant Figuren und Situationen miteinander und löst dadurch eine ungeheure Aufregung beim Leser aus. Was als Geheimnis beginnt, wird am Ende aufgeklärt und bleibt doch Geheimnis.
(Guy Helminger, Luxemburger Tageblatt)

Wie die Autorin solche Wirkungen zuwege bringt, ist grandios – unerwartete Orts- und Zeitwechsel, filmische Schnitte, scheinbar lakonische, immer wahrhaftige Sprache. Schwimmerbecken ist mehr als ein bayerischer Dorf- oder Heimatroman, mehr als eine raffiniert gebaute psychologische Studie.
(
Klaus Hübner, Literaturblatt für Baden-Württemberg)

Ulrike Anna Bleier versteht es tatsächlich, bei aller Beiläufigkeit ihres Auftritts, ein Unwesen monumentaler Art zu treiben. Indem sie aus der Perspektive der Schwimmlehrerin Luise das Verhältnis zum Zwillingsbruder Ludwig abzirkelt, treibt sie ein außergewöhnliches, so noch nicht erlebtes und erlesenes Spiel mit den Zeichen, den Buchstaben und den Zahlen.
(Peter Geiger, Mittelbayerische Zeitung)

In “Schwimmerbecken” geht es immer wieder auch um Sprache. Um fremde Sprache. Um die bayerische Sprachmelodie. Ich fand es ganz großartig, wie es dir gelungen ist, über solche Details die Atmosphäre zu steuern. Aber es gibt auch viele Bilder, die du in meinen Kopf geschrieben hast. Ich sehe das Zimmer von Luise und Ludwig vor mir. Die Küche, in der die Mutter die Suppen auftischt. Und natürlich die Kollbach. Die schwarze Kollbach. Der ganze Roman existiert als Film in meinem Kopf. Mit allen Gefühlen, aber auch Farben und Gerüchen.
(Anke von Heyl,  Bloggerin)

Geschickt ist der Roman aufgebaut, man kann überall beginnen und dennoch enthält er eine verdeckte Dramaturgie, mit der Ulrike Anna Bleier ihre Leser belohnt. Der leicht melancholische Unterton ist fein abgestimmt auf die Episoden des Dorflebens. So dass man ein welthaltiges Stück Literatur vor sich hat, dessen Geheimnissen man gerne folgt. (Thomas Linden, Kölnische Rundschau)

Auf einer abstrakteren Ebene geht es ums Sterben, das lautlose, beiläufige Sterben, das beinahe untergeht im allgemeinen Weltgeschehen und doch so erschütternd ist für den Einzelnen. Es geht um Verständigung und Nähe und Distanz, um Reden und Schweigen und immer wieder um Wasser. Vor allem aber geht es um eine Stimme, IST der Roman eine Stimme. Die Stimme von Luise, die einen am Kinn fasst und durch das Wasser dieses Textes zieht.
(„Elisa“, Kundenrezension auf Amazon)

Die „hohe Kunst, mit den Motiven zu spielen“ und dennoch einen stringenten dramatischen Bogen zu spannen, beeindruckt nicht nur die Literatur-Expertin Preuß, die sich „Schwimmerbecken“ trotz aller Möglichkeiten chronologisch erschlossen hat.
(Anke Schäfer, Der Neue Tag)

Bleiers Stil ist verschachtelt, fein ziseliert und verästelt, kreisend, atemlos. Über allem liegt eine Atmosphäre der Bedrohung, die Luft wird dünn, die Wände rücken näher, es ist beklemmend. Nun ist der menschliche Abgrund in dörflicher Umgebung freilich kein neuer Ansatz, doch Schwimmerbecken weiß ihn so gekonnt zu variieren und in so wirkmächtige, immer wieder vom bayerischen Idiom durchsetzte Sprache umzusetzen, dass am Ende, trotz mancher offenen Frage, eine intensive Lektüre dabei herauskommt.
(Sophie Weigand, Literaturen – Blog für Literatur und Buchkultur)

Ulrike Anna Bleiers Sprache ist direkt. Hart. Ungeschönt. In nahezu primitivem Duktus springt sie von der Gegenwart in die Vergangenheit und wieder zurück – scheinbar ohne Konzept und dennoch voller Plan. Denn zurück bleiben das Schweben einer Stimmung, die Verdichtung eines Klimas und die Komposition aus Halbtönen, denen zu folgen lohnt.(Alexandra von Poschinger, Passauer Neue Presse)

Alle bisher erschienenen Rezensionen zu Schwimmerbecken finden Sie auch hier.

Schwimmerbecken hieß übrigens vorher Kindspech, ein Auszug ist 2014 im Grazer Literaturmagazin LICHTUNGEN erschienen.

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Kristina Pöschl
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Autor: Bleier

Ulrike Anna Bleier ist Schriftstellerin und Journalistin.

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